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und zwar gab den ausschlag für dieses mein woelfisches urteil das faktum, dass es die kuscheligen eingebauten wandsofas nicht mehr gibt. wohl aus ökonomischen gründen. denn sind diese lädiert oder zerschlissen müssen sie mühsam ausgebaut werden. es kommen stattdessen größere kaffeehaustische
für 'essen'. das sieht dann so aus, dass man mit strafendem blick gestreift wird, wenn man nach
literatenart ein paar stunden bei einem kaltgewordenen kaffee sitzt. dabei ist grad das so idyllisch.
aber weg mit der idylle: was einzug halten wird ist das unerträgliche ständige sesselrücken, das
einen aus wirklich auch der tiefsten konzentration aufschreckt. vielleicht erreich ich die betreiber noch um ihnen nahezulegen die periphere investition von filzpölsterchen für die stuhlbeine zu tätigen.
ja, es ist eine öde arbeit, dies - doch es wird das klima extrem verbessern.
nein: die können mir nicht aufs aug drucken, dass das café-musé dann noch so sein wird wie zu loos'zeiten: 9cafemuse
denn gerade die nischen, gerade die single tischchen zwischen den nischen. all das hat das cafe museum ausgemacht.
was es nun wird ist ein wiener yuppie-laden. zwar schwor man hoch und heilig, genau das würde nicht geschehen aber schon wenn ich denke an die umstände der elaborierten küche, und der handelsspannen, die zum überleben
zwar nötig sind aber gleichermaßen bedrohlich über den köpfen der von schaffensdrang durchsetzten literatoren schweben.
cafe museum wird in wien nicht die einzige totgeburt sein. kennt wer das donaurestaurant lindmayer nahe handelskai? (S80 fährt dahin). das war mal wie zu den fünfziger jahren. mit stroh, und ausgestopften fischen die der herr lindmayer selber gefischt hatte. er, der hochlöblich höchstpersönlich in die südlich-tropischen gefilde sich begab und von dort nicht nur fisch sondern auch hurtiges servierpersonal rekrutierte.
oh das waren zeiten: familienfeiern, als oma noch lebte. schwester will die tradition fortführen, aber ich kann dort nicht mehr hin. EIN saal, am feiertag, vollgepfercht mit familien, hunden, und heuchelei in der luft.
i kann da nimmer hin. ich bin eh nicht in wien, ich muss das absagen.
and by the way: what family??
naja.

die dritte totgeburt wollte ich noch behandeln: das sind die hainbuchen. karg, schütter, erbärmlich spärlich werden sie nun ab november dahin tümpeln. auf, dem, was sich mal das gloriöse blumenbeet geschimpft hat.
250 jahre durften die alten stehen. bis man sie brutal rauspenetriert - rausgebohrt hat.
oh ihr manager der ach so lukrativen schöbrunn gmbh: habt ihr miteinkalkuliert, wieviele dürren diese dürren pflänzchen nun durchstehen müssen? schönbrunn war schön vorher, aber schönbrunn wird eh scheisse:
querverweis: http://woelfin.twoday.net/stories/43293
 
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