alltag
alpha
beruf
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
icon

 
kürzlich labor blutentnahme. ich vorsichtigerweis ein klappstockerl mit zum sitzen. vorm labor. wir warten alle auf der straße fuer einlass. wir wollens nämlich gleich hinter uns bringen. ich bin erst die neunte. das geht noch. sitzplatz neben einer, die den begehrten randsitz erhalten hat. sie ist weit vor mir dran. ich nehm mir vor, ihren randsitz einzunehmen, sobald sie dran ist. ein deppater 2m großer dürrer pensionsdoktor kriegt sein blut entzogen und schäkert stundenlang in der entnahmezelle. die frau neben mir, offeriert ihren randsitz, dass er danach sitzen kann. ich kapere gschwind diesen sitz und biete ihm meinen. vor mir steht ein absolut grauslicher vergewaltigungskoloss mit wulstigem stiernacken. dieser typus mann, vor dem speziell einer männerhasserin extremst graust. was passiert? der dürre friedliche pensionsdoktor geht nachhause und der scheißstiernacken nimmt neben mir platz. ich rücke immer mehr zusammen, die schultern höchst raufgezogen, wartend auf den foltertermin.
linke armbeuge: narbe wegen naevus-entfernung. rechts: keine venen und wenn welche, dann kein blut. die laborantin macht die gesamte arbeit in 3 entnahmezellen alleine. unterbesetzt. also sticht die laborantin mir irgendwo hin in die rechte beuge. kommt kein tropfen raus. in dem moment reiss ich die panik auf. war doch schon das wartezimmer horror pur gewesen. und schließlich hat in genau jenem scheißlabor mal ein alter laborologist in einer kapillarader bei mir rumgewühlt, weil bei kapillar, wie wir alle gut wissen, nix rauskommt. die laborantin von heute will das anders lösen. sie träumt davon, mich im unterarm (genau da wo fettgewebe is, zwischen pulsadern und ellenbeuge) aufzustechen. das lehne ich ab. dann hat sie die frechheit zu sagen, sie wolle mir in den handrücken stechen. weil man da so schön die venen sieht und man so fein blut entnehmen könnte. ja kenne ich gut. nur hört das bei den dicken venen dort nicht zum bluten auf, entweder läuft der gesamte handrücken blau an oder ich krepiere coram publico elendiglich verblutend. als sie merkt, dass ich ob des fehlstiches in der rechten beuge eh schon komplett die panik hab und zittere, trifft sie auf anhieb die vene in der linken beuge. weitab von meiner narbe dort. ich schau da garnicht hin. ich weiss garnicht was die tut. aber immerhin hab ich beim stechen einen schmerzensquiekser rausgelassen. wär ned nötig gwesen aber ich meine, nach der gesamten folter sollte ich doch zumindest einen grenzwiderstand ausloten. man bedenke, dass alle acht entnahmen vor mir aalglatt abgelaufen waren. kaum bin ich fertig, stürze ich aus der folterkammer raus. in der hand alles. körbchen, sitzschemelchen, den dicken winterdaunenmantel, einfach alles. die tasche kullert dabei aus dem körbchen raus. das blutabsperrband landet irgendwo am boden. ich weiß dass keiner von den andren wartenden abstechschweinen mir nun einen sitzplatz überlassen würde. aber ich hab ja mein klapp-schemelchen. die tiefe wunde zuhaltend, öffne ich das schemelchen und verkrümel mich hockend irgendwo halbwegs im eck, wo die waschmuschel ist. kein blickkontakt mit niemandem. nach der abgelaufenen draufdrückzeit zieh ich beleidigt, gedemütigt, erniedrigt, meinen dicken mantel an - den penetranten blick des widerwärtig geifernden stiernackens im eigenen nacken fixiert wissend. kommentarlos verlasse ich die folterstelle. ich hab früher echt nie gschichten gmacht bei blutabnahme. meine haut ist so weiß, dass man durchblicken kann und venen außen nachzeichnen kann, wenn man denn die lust darauf hätte. aber ausgerechnet bei mir bilden sie sich ein, mich in unterarm und handrücken abzustechen. es ist so widerlich.
 
resident of twoday.net
powered by Antville powered by Helma
AGBs xml version of this page