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wir sind im krisenkurs. ein kurs - prädestiniert, um selbst in die krise zu geraten. angemeldet sind elf. kommen tun neun. drei kenn ich schon. ein herr ist sehschwach, eine dame hat aorta-probleme. wann immer sie zu wort kommt, monologisiert sie ungeniert und wir haben alle tatsächlich angst, sie könnte uns jeden moment sterbensbedroht umfallen.
die vortragende präsentiert frontal, unbarmherzig - ihre PPT mit einem zweifellos essentiell wichtigen content. viel text - er wird vorgetragen, um nicht zu sagen abgelesen - im sinne des sehschwachen kollegen.
anfangen tut ja alles noch gut. ich kenn den raum, kapere sofort den sitz, der mir angesichts der problematischen feng shui konstellation des raumes noch vergleichsweise guttut. fenster hab ich im rücken - nicht nur das, auch ein mobiles klimagerät.
eine schwangere kollegin verlangt, dass dieses aufgedreht wird. da hätte man gleich auch das fenster öffnen können. das klimagerät ist nämlich so laut wie die stark befahrene straße davor. husttiraden kringeln sich durch den raum und befallen wie ein giftgasvirus letztendlich sogar die vortragende selbst. die mittagspause wird spät angesetzt: als wir vier stunden power-point molto-brutalo hinter uns gebracht haben. schon kurz vor derselbigen beschließe ich, nach ihr nicht mehr zu kommen. denn wir haben die gesamte PPT präsi schon zu anfang des kurses erhalten: mein vorteil. fazit: kurse, wo ich von vorn bis hinten, anfangs bis ende entspannt durchsitzen kann, sind eine rarität geworden.
horror sind körperübungen, teamarbeit (wo ich immer der gfyckte bin), pausen - im allgemeinen, doch insbesondere im besonderen, leute die mich teils auf intimes ansprechen, nur um smallzutalken.
aushalten tu ich: anfangs-smalltalk, cafe und obst, keksaln, eine locker aufgereihte sitzordnung, wo der vortragende teil des locker aufgefädelten kreises ist - und wo man nicht sagt: kommt rücken wir alle noch näher zusammen, so das am ende die sesselbeine, um nicht zu sagen die jeweiligen oberschenkel aneinander stoßen und reiben und die intime distanz von 60cm empfindlich verletzt wird. und tschüss, einmal mehr.

gern beweg ich mich in elaborierten gruppen mit gehobener gesprächskultur. da lernt man sehr viel. unter andrem wies NICHT geht. ich will das nur sammeln. ich bekritl niemand, in der hoffnung, es mal besser zu machen.
also treffen wir uns. ein boss und 16 jünger und rinnen. neben mich setzt sich eine akustik-olfaktorisch sensitive. neben sie setzt sich der wouter. boss beginnt zu sprechen, wouter unterminiert ihn multipel. letztendlich geht wouter. also bleiben ich und die sensitive schnute nebeneinander sitzen. ich trau mich nicht in meiner tasche kramen. ich brauch ein taschentuch, aber es könnte sie stören. ich darf mich natürlich nicht schneuzen. es hat über 30 grad und ich hab horror, dass sie mich riechen könnte! denn kaum war wouter gegangen, sagte sie coram publico, er hätt schlechte schwingungen. was erst würd sie über mich sagen? pause. das schreckenswort. da fangens alle zum plaudern an und ich sitz daneben. ich hasse pausen. aber ich muss eh aufs klo. tramhappat schleicht die sensitivschnute im raum vorm klo daher. und kaum merkt sie ich will da auch hingehen, geht sie in einer somnambulen seelenruhe, schleicht vor mir hin aber hauptsach SIE ist die nächste am klo. na guat. geh scheißen schnute und riach gut, du sensitive antiseptika.
sie plaudert im waschraum mit einer gleichaltrigen. pubertär fangen die zwei schnepfen zum herumkichern an wie schulmadln. grauenvoll. nach meinem demütigenden klogang hat sich die rechts von mir auf den wouterplatz gesetzt, so sitzt sie nun links von der deppaten schleicher schnute.
ich setz mich demonstrativ ins äußere eck mit rückendeckung. an dem abend brauch i dort niemand kennenlernen. denn als ich versucht hatte, ein gespräch in gang zu bringen, da sans alle gsessn wia autistische salzsäulen, männlein und weiblein.
zweiter teil der veranstaltung. anschließend ende. so gschwind war ich noch nie wo weg.

 
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