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Wir frauen des ‚fünften‘ stocks erheben anspruch auf ein ausweich-alternativ klo. Unter uns gibt es sich-nicht-outende asoziale, die im moment, wo sie merken, eine kollegin hat dringende notdurft und sie selbst sitzen gerade, dieses sitzen mit unnötigen übersprungshandlungen ad infinitum verlängern.
Die verursacherINNEN dieses übels konnten noch nicht ausgemacht werden, weisen aber auf einen eklatanten miss-stand in der sanitärversorgung unseres bürotraktes hin. Wer von uns notdurftgeplagten frauen schon mal schüchtern und demütigend das männerklo aufsuchen musste, erkannte, dass den herren der schöpfung zwei urinale, sowie zwei klozellen zur verfügung stehen.
Daraufhin haben wir uns zusammengeschlossen – gemeinsam mit der hiesigen betriebsrätin – und eine statistik der bürobesetzung, der entsprechenden geschlechter, wie auch der anwesenheiten beider aufgestellt. Die statistik ergab folgendes: 80% frauen, 20% männer. Anwesenheit: frauen zu hundert prozent ihrer planmäßigen dienstzeit, männer; 35-45% ihrer planmäßigen dienstzeit, da sie als technische fachmänner pouschalverträge haben, montage-außentermine und home-tele-work. 1x am tag müssen männer ihr großes geschäft verrichten. Das meiste geschäft geht in die urinale, woraufhin selbige als ganze klos gezählt werden. bei einem extrapolierten gesamtstand von 100 haben 20 männer haben vier klos, 80 frauen haben ein klo. Die männer werden durch ihre anwesenheit der plandienstzeit dividiert: also es zählen nur ~40% der männerzahl wegen der männerdienstzeit. 40% von 20 sind 8. Für 8 vollzeitäquivalente VZÄ vier klos. Für 80 weibliche vollzeitäquivalente ein klo. Wobei frauen länger brauchen: aus einer vielfalt an gründen. Wir dividieren die vier klos durch die 8 vzä männer. Macht ein klo für zwei männer. Bei frauen bleibt das ratio gleich. 80 frauen teilen sich ein klo. Die frauen, die mehr zeit am klo brauchen, haben 40 mal weniger klo als die männer! Hinzuzufügen ist, dass das ausweichen auf ein anderes stockwerk nicht möglich ist. Es sind sämtliche andere stockwerke als unser fünftes abgesperrt.
Mit betriebsrätin und gleichbehandlungskonsortium verlangen wir bei geschäftsführung, arbeiterkammer, BIG, gewerkschaft, gesundheitsministerium, direktorat, arbeitsinspektorat, dass eines der männerklos für die frauen als notklo umfunktioniert wird. Hierbei müssen die frauen an den urinalen vorbei. Hier genügt ein warnschrei, dass männer an den urinalen sich melden sollen, bevor sie beim geschäft entdeckt werden. schüchterne können auf ihr men-only gehen, auch fürs kleine geschäft. Das zweite männerklo wird als notklo für frauen betitelt. Wenn wieder eine asoziale anti-„kollegin“ stundenlang – keifend – die einzige kloschüssel besetzt, haben wir 79% notgeplagte rest-frauen zumindest EINE rettende ausweich-alternative. Wir werden dieses klo besetzen. Wir werden weiterhin keine arbeit mehr verrichten können, wenn wir elementare grundbedürfnisse des menschseins versagt bekommen. Und dies aufgrund einer fehlgeleiteten machistisch-anachronistischen missgeburtlichen planung aus der steinzeit der siebziger jahre. Ausdrückliche opfer der fehlplanung mussten bereits folgende zwei auswege in erwägung ziehen: ein campingklo im büroraum / windeln fürs ‚kleine‘. Oder maxi-binden, die die windeln ersetzen sollen.
Wir Frauen verlangen:
Das Recht, unsere Stoffwechselendprodukte zeitgerecht und fachgerecht zu entsorgen.
Das Recht, zu strullen.
Das Recht, zu durchfall’en.
Das Recht, zu kolikisieren.
Das RECHT, zu bluten.
 
resident of twoday.net
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